Rezension | Jojo Moyes - Weit weg und ganz nah

Sonntag, Juni 29, 2014

Rowohlt | 508 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 14,99 EUR

Einmal angenommen, dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher.
Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?
Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

MEINE MEINUNG

Aufgrund des Klappentextes erwartet man sicherlich eine dramatische Liebesgeschichte. Letztendlich spielt die Liebe hier aber eher eine verhaltene Rolle und es geht eher um das Thema Familie, die hier die oberste Priorität hat. Zudem geht es hier auch um Geld und die Unterschiede zwischen arm und reich. Wenn man sich den Klappentext durchgelesen hat, ist bereits so gut wie die ganze Geschichte in Kurzform erzählt. Deswegen war die Handlung auch ziemlich vorhersehbar und es passierte leider nicht wirklich etwas Überraschendes, was mir dieses tolle Wow-Gefühl gegeben hat.

Jess ist eine wirklich tolle Frau, die für ihre Kinder absolut alles tut. Familie steht bei ihr ganz oben. Zudem sieht sie alles positiv, ist immer optimistisch und glaubt an Karma, ganz nach dem Motto: "Guten Menschen passiert auch Gutes." Sie ist eine unglaublich taffe Frau, die sehr echt rübergebracht wurde. Ihre zwei Kinder Nicky und Tanzie sind eher die Außenseiter in der Schule und haben keine Freunde. Während Tanzie zu 100% der Mathematik verfallen ist und auf diesem Gebiet als hochbegabt gilt, ist Nicky eher der Typ Emo, der sich anders kleidet, sich schminkt und gerade deshalb oft bei seinen Schulkameraden aneckt. Trotzdem sind sie auf ihre Art liebenswert und auch die beiden schließt man ziemlich schnell ins Herz. Ed blieb leider ziemlich langweilig und farblos. Ich konnte ihm einfach kein Gesicht zuordnen, egal wie oft er beschrieben wurde. Zudem waren seine Handlungen für mich nicht immer nachvollziehbar. Er gehört zu den Charakteren, die man schnell wieder vergisst.

Das Buch ist aus der Sicht der verschiedenen Personen geschrieben, in der jeweils ihre Sicht der Geschichte geschildert wird. Meistens handelt es sich dabei aber um Jess oder Ed. Den Anfang fand ich dabei ziemlich verwirrend und durcheinander. Erst nach ca. 65 Seiten hat sich das alles etwas geklärt und überhaupt erst einen Sinn ergeben. Der Verlauf der Geschichte an sich war viel zu langatmig. Es passiert nichts wirklich erwähnenswertes, außer dass die vier im Auto durch die Gegend fahren und in Hotels übernachteten. Das Geschehen plätscherte einfach nur so vor sich hin und ich habe mich zwischendurch ernsthaft gefragt, ob die Autorin vergessen hat, worauf sie überhaupt hinaus will. Nach ca. der Hälfte hat diese Roadtripgeschichte dann ihr Ende gefunden. Jojo Moyes hat zwar dann einige andere Aspekte mit in die Geschichte eingebaut, die das Buch auch endlich ein wenig spannender machten, aber vollends überzeugen konnte sie damit auch nicht.

FAZIT
Nach "Ein ganzes halbes Jahr", welches zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört, gehe ich irgendwie immer mit hohen Erwartungen an einen neuen Moyes-Roman ran. Aber auch mit ihrem dritten Buch konnte mich die Autorin nicht vollends überzeugen. Die Idee der Geschichte war schön und besticht durch größtenteils tolle Charaktere. Allerdings war die Handlung einfach zu sehr in die Länge gezogen.

3/5 Punkte

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3 Kommentare

  1. Schade,dass auch dieses Buch kein Knaller war, wie Ein ganzes halbes Jahr. Mal sehen, ob ich es auch lesen werde....:)

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  2. hallöchen liebe Ela :)
    da ich nun schon mehrmals eine ähnliche Rezension zu diesem Buch gelesen habe, werde ich wohl die Finger von diesem Buch lassen. kann auch gar nicht verstehen, warum alle sie trotzdem lesen wollen. . mich konnte sie schon mit ihrem 2. Buch nicht mehr halten. .
    Hoffentlich wirds nochmal besser :D

    Liebst, Lotta

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    1. Guten Morgen liebe Lotta,
      ja ihr zweites Buch fand ich auch nicht so dolle, aber ich hatte die Hoffnung, dass dieses hier wieder besser wird. Leider war dem nicht so. Aber vielleicht wird das ja nochmal :)

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