Rezension | Ute Jäckle - Verloren in der grünen Hölle

Montag, Juli 07, 2014

bookshouse | 470 Seiten | Band 1 | eBook | 5,99 EUR

Die 17-jährige gutaussehende Kolumbianerin Elena musste sich bisher als Tochter wohlhabender Eltern keine Sorgen machen. Eines Tages will sie mit ihren zwei Freundinnen Luisa und Adriana in ein Einkaufscenter fahren - und die drei werden auf dem Weg dorthin entführt. Sie werden in das Camp einer professionellen Kidnapperbande mitten in den Dschungel verschleppt, wo für die drei unter der Leitung des Chefs Carlos eine schreckliche Zeit beginnt. Denn Carlos kennt keine Gnade. Während Elena versucht sich zu wehren und anfängt zu rebellieren, fühlt sie sich immer mehr zu ihrem äußerst attraktiven Entführer Rico hingezogen, der sie schon manche Male vor Carlos Wutausbrüchen gerettet hat. Doch die Leidenschaft und Liebe zu Rico wird für Elena schon bald zu einer tödlichen Gefahr...

MEINE MEINUNG
Ute Jäckle fackelt nicht lange. Ein minimaler Vorspann, in dem die Mädchen auf dem Weg zum Einkaufsbummel sind und dann geht auch schon die Entführung los. Dass es hier in erster Linie um Geld geht, dürfte wohl sehr früh deutlich werden. Im Grunde ist "Verloren in der grünen Hölle" ein sehr dramatischer Roman. Gerade in der ersten Hälfte des Buches macht sich die Angst, der Schrecken und die Hoffnungslosigkeit der Mädchen bemerkbar. Die Liebesgeschichte von Elena und Rico kommt erst in der zweiten Hälfte zum Vorschein, die dabei realistisch gehalten ist, ohne zu gewollt zu wirken. Das Buch entwickelt sich sehr schnell zu einem Pageturner, was auch an der ausdrucksstarken Erzählweise von Ute Jäckle liegt.  Das Ende geht weit über das hinaus, was ich eigentlich vermutet hatte, die Geschichte wurde aber trotzdem nicht langweilig. Hier zeigte Ute Jäckle noch einen kleinen Überraschungseffekt, den ich so nicht vermutet hätte und der mich echt ein bisschen fassungslos zurück ließ.

Man findet hier eine ganze Reihe an Charakteren. Elena war mir sehr sympathisch. Anfangs war sie zwar eine kleine verwöhnte Zicke, aber ich habe ihren Mut, sich gegen die Entführer zu stellen, sehr bewundert. Natürlich ist es schwierig sich mit solch einem Schicksal abzufinden, aber ihre große Klappe war nicht immer von Vorteil. Bei Rico merkt man eigentlich sehr schnell, dass er eine weiche Seite hat und ihm die ganzen Entführungen nicht unbedingt Spaß machen. Auch sein cholerischer Cousin Carlos geht ihm mit seinen Wutausbrüchen auf die Nerven. Rico war mir sehr sympathisch und auch wenn er die Mädchen entführt hat, wollte er niemals, dass eine von ihnen zu Schaden kommt.  Carlos war ein richtiges Ekelpaket. Selbst ich hatte Angst vor ihm und wollte erschaudern, sobald sein Name erwähnt wurde. Keiner ist vor ihm sicher, seine Wutausbrüche und Aggressionen können jederzeit jeden treffen. Man hat richtig gespürt, wie es ihm Freude bereitet hat, dass die Mädchen Angst vor ihm hatten. Luisa ging mir von Anfang an auf die Nerven mit ihrer weinerlichen Art. Natürlich muss sich nicht gleich jeder so wie Elena verhalten und rebellieren, aber bei jedem dritten Wort loszuheulen macht die Sache auch nicht besser.  Adriana stand ich eher neutral gegenüber. Sie hat sich zwar auch relativ ruhig verhalten, aber wenigstens nicht ununterbrochen geweint. Sie war mir nicht unsympathisch aber in mein Herz geschlossen habe ich sie nun auch nicht.

Das Buch wird aus der dritten Sicht geschrieben.  Ute Jäckle hat einen angenehmen Schreibstil, der einen mitreißt. Das Buch liest sich schnell und flüssig weg. Die Beschreibungen der Charaktere und Umgebung waren wirklich gut, sodass ich mir alles vorstellen konnte. Die aufkommende Vertrautheit und Romantik zwischen Elena und Rico, die anfangs sehr zart war und im Laufe des Buches immer intensiver wurde, war sehr glaubhaft. Das Buch besticht durch einen sehr hohen und ausgereiften Spannungsbogen, den Ute Jäckle sehr schnell eintreten ließ und bis zur letzten Seite halten konnte. .

FAZIT
Kaum zu glauben, dass es sich hier um ein Debüt handelt. Auch wenn das Thema eventuell etwas heikel ist (Entführung, kolumbianische Mafia etc. pp.), finde ich die Geschichte absolut gelungen. Das Buch besticht von der ersten bis zur letzten Seite mit Spannung, lässt einen mithoffen, mitbangen und zwischendurch sogar den Atem anhalten. 

5/5 Punkte

REIHENINFORMATION
Band 1: Verloren in der grünen Hölle | Band 2: Verlorene Sehnsucht

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6 Kommentare

  1. Hallöchen Ela,
    Ich freue mich, dass dir dass Buch so gut gefallen hat :D
    Manchmal muss man sich einfach auch an unbekannte Autoren heran wagen.
    Eigentlich ist es total blöd, aber ich lasse mich auch ganz oft vom Cover eines Buches beeinflussen. Dabei hatte ich schon so viele Bücher mit so tollem Cover, die einfach nur blöde waren. :(

    Liebst, Lotta

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    1. Hallöchen Lotta :D
      ja, das Cover ist natürlich das erste, was ins Auge fällt bei einem Buch. Aber da kann ich zum Glück sagen, dass ich kein Cover-Käufer bin, sondern nach Klappentext entscheide. In diesem Fall bin ich froh, dass ich mich dafür entschieden habe :)

      Liebste Grüße Ela

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  2. Schön das es dir gefallen hat! Ich hatte leider einige Kritikpunkte..
    Liebe Grüße,
    Maike :)

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    1. Ist deine Rezi schon veröffentlicht? War die letzten Tage nicht wirklich am PC ^^
      Also ich konnte jetzt nichts Gravierendes finden, was mich gestört hat, deswegen gab's auch von mir die volle Punktzahl. :)
      Liebe Grüße Ela

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  3. Hi Ela,

    eine sehr schöne Rezension, das Buch wartet schon auf meinem iPad. Jetzt freue ich mich noch mehr <3

    Lg
    Micha

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    1. Hallo Micha,
      Ich wünsche dir viel Spaß beim lesen. Hoffentlich gefällt es dir genauso gut :)
      Liebe Grüße Ela

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