Im Gespräch: Ute Jäckle

Dienstag, Juli 08, 2014

Hallo meine Lieben,

gestern habe ich euch die Rezension zum Debütroman "Verloren in der grünen Hölle" von Ute Jäckle vorgestellt, der mich ja vollends begeistern konnte. Heute möchte ich euch gerne die Autorin sowie ihre Arbeit ein bisschen näher vorstellen. Gerade bei Debütromanen finde ich persönlich es immer sehr interessant, wer denn hinter dem Buch steckt. Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Interview.


Steckbrief
Name: Ute Jäckle
Geburtstag: am 14. Februar (Valentinstag)
Geburtsort: Stuttgart
Aktueller Wohnort: Baden-Württemberg


Autorenleben
Seit wann schreiben Sie und wie sind Sie dazu gekommen?
Ich bin spät zum Schreiben gekommen. Genauer gesagt im Jahr 2011 hat mich das Schreibfieber akut erwischt und geradewegs in die grüne Hölle verschleppt. ;-) Bei einem Strandurlaub kam mir plötzlich die Idee zu diesem Buch. Ich habe den Faden aus Neugierde weitergesponnen und mir überlegt, was den armen Mädchen im Lager des bösen Carlos alles widerfahren könnte. Nach und nach fielen mir immer mehr Szenen ein, sodass ich mich auf gut Glück an meinen Schreibtisch gesetzt und losgeschrieben habe. Zuerst wollte ich testen, ob ich es hinbekomme und die Geschichte hundert Seiten lang werden kann. Dann kamen immer mehr Seiten dazu und schließlich konnte ich das Wörtchen Ende daruntersetzen.

Warum ist „Autorin“ für Sie der beste Beruf der Welt?
Weil es nichts Schöneres auf der Welt für mich gibt. Figuren erschaffen und zum Leben erwecken, sie Dinge tun und Sachen sagen lassen, das macht mir unheimlich viel Freude. Für mich ist Autor sein, vergleichbar mit Schauspielerei. Man schlüpft in andere Rollen und versucht, diese glaubwürdig und authentisch umzusetzen. Nur, dass man als Autor in alle Figuren gleichzeitig schlüpft. Ich liebe alle meine Charaktere, die guten wie die bösen. Sie sind alle meine Kinder. (Ja, auch Carlos ;-)) Mit der Zeit erschafft man sich eine riesige imaginäre Familie. Während des Schreibprozesses begleiten sie mich auch den ganzen Tag, sie sind immer um mich herum, egal was ich mache. Was für mein Umfeld manchmal recht anstrengend ist, wenn ich dauerabwesend bin. 

Wo schreiben Sie am Liebsten?
Ich schreibe am liebsten da, wo es ruhig ist. J Was mit zwei Grundschulkindern nicht einfach ist. Es ist nicht immer leicht, sich auf Szenen zu konzentrieren, wenn Türen schlagen, durchs Haus getrampelt oder ununterbrochen Mama gerufen wird. Deswegen habe ich das Schreiben auf den Vormittag verlegt. Zuerst hole ich mir eine Tasse Kaffee, dann setze ich mich an meinen Laptop und lese die Seiten vom Vortag durch, um mich wieder hineinzufühlen und dann schreibe ich drauf los, bis meine Rabauken von der Schule kommen. Der Rest des Tages gehört dann ihnen.

Was für ein Gefühl war es, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde?
 Es war ein unglaublich schönes Gefühl. Das Wissen, dass nun Leser da draußen sind, die meine Figuren und meine Geschichten kennenlernen, die ich mit so viel Herzblut verfasst habe, das war schon ein tolles Gefühl. Als ich dann vom Verlag auch noch die Print Belegexemplare zugeschickt bekam, war mein Glück perfekt. Es ist unbeschreiblich durch das eigene Buch zu blättern, und die eigenen Worte gedruckt zu sehen. Jetzt hat mir mein kleiner Sohn auch endlich geglaubt, dass ich ein Buch geschrieben habe. Als ich es ihm auf dem Computer zeigte, meinte er nur: Das ist kein Buch, das kann man gar nicht in die Hand nehmen. 

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Bücher?
Die Ideen kommen mir meist ganz spontan, plötzlich habe ich ein Szenenfragment oder eine Schlüsselidee im Kopf und spinne den Faden weiter. Das läuft dann vor meinem inneren Auge wie ein Film ab, ich höre auch die Figuren in meinem Kopf die Dialoge führen, (hoffe das klingt jetzt nicht zu schräg) und schreibe dann alles schnell auf. Dann überlege ich mir, wie ich den Figuren mehr Tiefe geben könnte, wo ich unerwartete Wendungen einbringen könnte und solche Sachen. Das wird dann immer mehr, bis mein Grundgerüst steht. Ich lebe auch nach jedem beendeten Manuskript in der panischen Angst davor, keine neue Idee mehr zu bekommen.

Gibt es derzeit neue Projekte? Worauf dürfen wir uns in Zukunft freuen?
Ich habe insgesamt in den letzten drei Jahren vier Manuskripte verfasst. Eines davon, das verrate ich dir jetzt mal, ist die Fortsetzung von „Verloren in der grünen Hölle“. Das andere ist ein Zeitreiseroman ins 12. Jahrhundert und dann habe ich noch einen humorvollen New Adult geschrieben. Du siehst, alles doch recht unterschiedlich, das kommt davon, dass ich meine Ideen einfach so verarbeite, wie sie mir in den Sinn kommen und dann wenig Wert aufs Genre lege. Allerdings ist mit allen Romanen noch nichts fest, ich weiß also noch nicht, was sich daraus ergeben wird.


Privatleben

Was war als Kind Ihr Traumberuf?
 Als Kind wollte ich Lehrerin werden, weil ich auch einmal diejenige sein wollte, die vorne steht und die Kinder aufruft und sie drangsaliert. ;-)

Was ist Ihr Lieblingsessen?
Ich mag sehr gerne thailändisches Essen, auch chinesisch oder indisch. Exotisch mit Kokosmilch, das finde ich sehr lecker. Und als Schwäbin natürlich Spätzle. 

Welches Genre lesen Sie selbst am Liebsten?
Ich mag gerne Liebesromane, dort allerdings auch vor allem die New Adult Sachen. Ich finde dieser Alter spannend, da es eine Phase des Lebens ist, in der noch alle Türen offenstehen, und man dieses Freiheitsgefühl noch hat. Man ist noch nicht mit Familie gebunden, hat Kinder oder sonstiges hinter sich. Das macht diese Geschichten so spannend, es entführt mich einfach immer wieder zurück in meine Jugend und ich genieße das. Hin und wieder mag ich auch historische Geschichten, da darf ruhig auch eine Liebesgeschichte verwoben sein. Und natürlich humorvolle Geschichten, ab und zu brauche ich was zu lachen, immer nur Dramas lesen kann ich nicht. Seltsamerweise hege ich schon von klein auf eine Abneigung gegen Fantasy. 

Gibt es ein Sprichwort, welches Sie durch Ihr Leben begleitet? 
Frauen geben nicht auf, und so eine wie ich schon gar nicht. (Beate Uhse)

Gibt es einen Wunsch bzw. einen Traum, den Sie sich gerne noch erfüllen möchten?
Ja, noch viele viele Bücher schreiben. Ich wünsche mir einfach noch viele tolle Ideen für Geschichten, dann bin ich glücklich. Mehr brauche ich nicht.

Vielen Dank, liebe Ute, für das Interview! Übrigens sehr interessant zu wissen, dass es eventuell einen Folgeband von "Verloren in der grünen Hölle" geben wird. Ich dachte es wäre ein Einzelband... Ich bin sehr gespannt was uns erwartet!
Liebe Grüße, Ela


© Foto: Ute Jäckle @bookshouse

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4 Kommentare

  1. Hallöchen Ela,
    Da hast du aber ein tolles und auch interessantes Interview führen dürfen :)
    Ich hab das Buch nicht gelesen, weil mich das Thema nicht so angesprochen hat, aber die Autorin scheint sehr nett gewesen zu sein :D

    Liebst, Lotta

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  2. Tolles Interview! Ich finde es immer sehr interessant mehr über den Autor zu erfahren, der hinter der Geschichte steckt. Auch wenn mir das Buch nicht ganz so gut gefallen hat. Bei dem Ende habe ich mir schon gedacht, dass es vllt weitergehen könnte. Sowas macht mich immer ganz verrückt! Ich hasse es Reihen abzubrechen und bei dem Ende bin ich doch ein bisschen neugierig wie es für Elena und Rico weitergeht! Mal sehen wann ob ich den 2. Teil lesen werde. Wenn müsste er bald erscheinen - sonst bin ich drüber weg..
    Liebe Grüße,
    Maike

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    1. Echt? Ich fand jetzt nicht, dass es ein Ende war, wo ich vermutet hätte das noch was kommt. Natürlich würde es mich auch interessieren, wie es mit Elena und Rico weitergeht, aber wird das dann eine reine Liebesgeschichte ohne die Thrill-Mischung? Hach, ich weiß es nicht. Ich bin irgendwie gespannt.. :)

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  3. Huhuuuuu tolles Interview :) Hmm und das Buch..jaa ich glaub..warte mal jaaaa ich wills auch lesen :D

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