Rezension | Dani Atkins - Die Achse meiner Welt

Sonntag, August 10, 2014

Rachel Wiltshire ist jung, beliebt und beginnt in wenigen Wochen ihr Traumstudium. Ihr nahezu perfektes Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als ihr bester Freund Jimmy sich bei einem schrecklicken Unfall für sie opfert, um ihr Leben zu retten. Seitdem hat sich Rachel zurückgezogen, versucht die Vergangenheit zu verdrängen und versinkt in einem Kreis aus Depressionen und Schuldgefühlen. Fünf Jahre später kehrt Rachel in ihre Heimat zurück - und damit an den Ort, der ihr Leben für immer veränderte. Doch das alles ist immer noch zu viel für sie. Sie erleidet einen Zusammenbruch und landet wieder im Krankenhaus. Und plötzlich verschiebt sich die Achse von Rachels Welt erneut. Als sie aufwacht, ist ihr Leben so, wie es hätte sein sollen. Und das Wichigste: Jimmy lebt. Was, wenn du eine zweite Chance bekommst? Wirst du sie nutzen? Und vorallem: Wirst du erkennen, was richtig ist?

MEINE MEINUNG 

"Im Grunde kann ein Albtraum alle möglichen Ausprägungen haben. Mein wahrer Albtraum begann jedoch mit der Erkenntnis, dass ich keineswegs im Begriff war aufzuwachen, sondern sich die ganze Geschichte unglaublicherweise tatsächlich ereignete." S. 115

Eigentlich ist es eine unglaubliche Geschichte. Dein bester Freund stirbt bei einem Unfall, den du nur durch ihn überlebt hast. Fünf Jahre später erwachst du im Krankenhaus und es scheint, als hätte diese Tragödie niemals stattgefunden.  Rachel merkt aber sofort, das etwas nicht stimmt und dass sie eigentlich ein anderes - traurigeres - Leben führt. Irgendwann fängt sie an, zu akzeptieren. Aber was fängst du dann mit dieser zweiten Chance an? Ich war sofort in der Geschichte drin und alle Gefühle sind sofort auf mich übergangen. Die Traurigkeit, die Einsamkeit, die Enttäuschungen von Rachel. Und ich war plötzlich genauso ahnungslos wie sie, als ihr zweites Leben beginnt. Da sie das alles nicht glauben kann, begibt Rachel sich zusammen mit Jimmy auf die Suche nach ihrer Identität und der Wahrheit. Langsam führt Dani Atkins uns - mit einem sehr schnellen Ende - an die Wahrheit der Geschichte heran. Dabei entwickelt man im Laufe des Buches selbst seine eigenen Theorien, was denn nun passiert ist. Mit dem Ende war ich letztendlich aber nicht nur überrascht, sondern auch ein kleines bisschen schockiert und es standen mir einige Tränen in den Augen.

Von den Charakteren bekommt man größtenteils nur etwas von Rachel, Jimmy, Rachels Verlobten Matt und Rachels Dad mit. Der Rest der alten Schul-Clique, die vor dem Unfall unzertrennlich war, wird früh ausgeblendet und hat auch keine große Bedeutung mehr. Rachel war mir von Anfang an sympathisch und ich hatte ziemlich Mitleid mit ihr. Sie hat den tragischen Unfall nie richtig verarbeitet, ihre Lebensfreude verloren und leidet unter starken Depressionen und Selbstvorwürfen. Als plötzlich ihr zweites Leben beginnt, versucht sie krampfhaft alle von der Warhheit zu überzeugen, obwohl ihr altes Leben nicht sonderlich schön war. Ich habe  sie ein bisschen dafür bewundert, mit welchem Mut sie sich auf die Suche macht, um ihre wahre Identität herauszufinden - egal wie es für sie ausgeht. Auch Rachels Vater mochte ich von Anfang an. Diese väterliche Fürsorge, die er Rachel entgegengebracht hat, war sehr berührend. Bei Jimmy war es sehr offensichtlich, dass er mehr für Rachel empfindet als nur Freundschaft. Trotzdem hat er sich nicht zwischen die Beziehung von Rachel und Matt gedrängt und hat weiter als (nur) der beste Freund an ihrer Seite "gelitten". Zu Matt kann ich nicht viel sagen. Er war für mich nicht sonderlich symphatisch, aber das sollte wohl auch so sein. Ich hab nicht so richtig verstanden, was Rachel an ihm fand.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Rachel erzählt. Dabei durchlebt man ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst war es traurig und depressiv. Als Rachels zweites Leben beginnt, ist davon nicht mehr viel zu spüren und gelegentlich bringt es einen sogar zum Lächeln. Ein bisschen verwirrend fand ich dabei den Beginn von Rachels zweitem Leben. Der Sprung erschien mir sehr groß. Sobald man aber verstanden hat, das man sich gerade in genau diesem zweiten Leben befindet, war das aber kein Problem mehr. Dani Atkins hält mit der geheimnisvollen Spurensuche und den mysteriösen Wahrnehmungen von Rachel den Spannungsbogen dabei gekonnt oben.

FAZIT
"Die Achse meiner Welt" ist ein berührendes Buch über das Leben, die Liebe und über das Nutzen von zweiten Chancen. Ein Buch, das die ganz großen Emotionen bereit hält und ein Ende aufweist, dass Tränen in den Augen beschert. Auch wenn mir das Buch eher aufgrund der Handlung in Erinnerung bleiben wird und nicht wegen der Charaktere, bin ich schon gespannt, was Dani Atkins in Zukunft für uns parat hält.

5/5 Punkte 

Knaur - 316 Seiten - Einzelband - Taschenbuch - 9,99 EUR

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8 Kommentare

  1. Ohh ich freu mich schon auf das Buch :) Es wird als nächstes gelesen. Vor allem weil ihr alle so schwärmt.
    "Addicted to you" will ich auch noch lesen. Ich finde die Cover ja sehr toll! Bin gespannt auf deine Meinung dazu :)
    Liebe Grüße,
    Maike

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    1. Unbedingt, freu mich schon was du von dem Buch hältst. :)

      Addicted to you finde ich bis jetzt ganz gut, aber mal sehen habe ja noch 220 Seiten vor mir :D

      Liebe Grüße Ela

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  2. Hat mich sehr sehr neugierig gemacht! Ist definitiv eines der nächsten Bücher die ich lese!
    Viele Grüße
    Neele

    http://neelekoch.blogspot.fr

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  3. Meine Rezi dazu ging auch heute online. Ich finde ebenfalls, dass das Buch einen bleibenden Eindruck hinterlässt! Es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn die Charaktere sehr stereotyp waren. Trotzdem eine Geschichte, die man nicht so schnell vergisst....
    LG Martina

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    1. Die Charaktere fand ich nicht auch nicht unbedingt beeindruckend. Wie gesagt - das Buch wird mir eher aufgrund der Handlung in Erinnerung bleiben :)

      Liebe Grüße Ela

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  4. Hallöchen Ela,
    eine sehr schöne Rezension hast du zu diesem Buch geschrieben. Es ist wirklich etwas ganz besonderes. Ich finde das Buch verrät sich auch nicht von anfang an. sagt nicht was sache ist. Ich hatte beim Rezension schreiben das Gefühl die Sache gar nicht so richtig auf den Punkt zu bringen & dem Buch nicht gerecht zu werden. Du hast das toll gemacht!!

    Liebst, Lotta

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    1. Huhu Lotta,
      vielen Dank :) Ich hab ehrlich gesagt auch lange an der Rezi "rumgefeilt" bis ich einigermaßen der Meinung war, dass ich sie so veröffentlichen kann :) Wusste anfangs auch nicht Recht, was ich schreiben und wie ich das Ganze gut formulieren soll.

      Liebste Grüße Ela

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  5. Klingt interessant.. Das werde ich mir mal merken :) Mir ist das Buch zwar schon an der einen oder anderen Stelle begegnet, aber irgendwie spricht mich der Titel nicht so richtig an.. Deine Rezension allerdings schon.. Mist und ich wollte bis zum Ende des Jahres keine Bücher mehr kaufen :P

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