Rezension | Anne Sonntag - Eigentlich Liebe

Donnerstag, Oktober 23, 2014

 Piper | 280 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 8,99 EUR

»Verliebt, verlobt, verheiratet«? Nicht bei den drei Freundinnen Hanna, Clara und Vero. Als wäre »unglücklich verliebt, verlassen, betrogen« nicht schon schlimm genug, steht auch noch eine Traumhochzeit an, bei der sie weder Braut noch Brautjungfern sind. Interessant wird es allerdings beim Blick auf die Gästeliste. Denn einige attraktive Männer sorgen für Herzklopfen und Gefühlschaos, und am Ende stellt sich die Frage: Wer gehört hier eigentlich zu wem?

MEINE MEINUNG

"Mein Gott, ich war auf vielen Hochzeiten, und ja, ich erwarte Dramen, aber die Spannungen auf dieser hier übertreffen alles." S. 147

Beim Lesen musste ich irgendwann an Sex and the City denken. Bloß dass wir hier in München sind. Und es nicht Carrie & Co, sondern Hanna, Vero und Clara sind. Drei Freundinnen, die mit dem Leben und deren Tücken zu kämpfen haben. Die drei sind auf die Hochzeit ihres alten WG-Mitbewohners eingeladen. Die Hochzeit spielt allerdings eher eine Nebenrolle, denn viel interessanter ist nämlich wirklich die männliche Gästeliste, die das eh schon vorhandene Chaos im Leben der drei Damen nochmals kräftig durcheinander bringt. Es wäre natürlich zu einfach, wenn hier einfach nur 3 Männer im Spiel wären. Nein. Enzo, Philipp, Sebastian, Nik, Matthias, Thomas ... Die Palette an Männern ist lang. Selbstredend, dass es dabei auch zu einigen Missverständnissen kommt. "Eigentlich Liebe" ist eine perfekte Mischung aus einer Menge Problemen, Drama, Freundschaft, Gefühl, Sex und natürlich Liebe. Anne Sonntag hat genau das richtige Verhältnis gefunden, ohne die Geschichte abgedroschen wirken zu lassen. Die Missverständnisse werden übrigens an der richtigen Stelle der Geschichte aufgelöst und alles ist perfekt miteinander verknüpft.

Vero, Hanna und Clara könnten unterschiedlicher nicht sein und trotzdem passen sie auf diese verrückt gute Art und Weise zueinander. Clara ist die Gutaussehende, die sich dessen bewusst ist und das mit ihrem Selbstbewusstsein auch ausstrahlt. Sie glaubt noch an die Liebe, auch wenn sie eher eine lustig-merkwürdige Einstellung zum Thema Hochzeit hat. Im Versuch ihren Exfreund eifersüchtig zu machen und zurückzugewinnen, knistert es plötzlich zwischen ihr und ihrer neuen Begleitung. Hanna ist die Schüchterne, die schon ein paar Mal von den Männern enttäuscht wurde. Zudem ist sie etwas ängstlich und leidet gelegentlich unter leichten Panikattacken. Und sie scheint sehr einsam.  Vero ist die taffe Karrierefrau, die bereits in einer langjähren Beziehung ist und sich im Laufe der Zeit verändert hat. Ihre Beziehung zu dem Italiener Enzo ist schon lange nicht mehr so leidenschaftlich wie sie sein sollte. Da kommt die neue Internetbekanntschaft doch gerade wie gerufen. Obwohl hier eine Menge Männer im Spiel sind, ist keiner wie der andere. Die Autorin hat perfekt den Überblick über das Männer-Chaos behalten und jedem männlichen Part seinen eigenen, wundervollen Charakter gegeben.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Hanna, Vero und Clara in der Ich-Perspektive geschrieben. Die Geschichte jeder einzelnen Frau kann man dadurch besonders schön nachvollziehen und man erfährt einiges aus ihrem Leben. Dabei wird das komplette Beziehungschaos der drei mit einer wunderbar unterhaltsamen Leichtigkeit erzählt, die einen gelegentlich zum Schmunzeln bringt. Zudem besticht Anne Sonntag mit einigen Vergleichen, die alles noch bildhafter machen.

FAZIT
Egal ob Freytag oder Sonntag - Anne überzeugt ein weiteres Mal. Diesmal mit einer schönen Geschichte über drei Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, mit einer ganzen Palette an Männern und dem damit einhergehenden Gefühlschaos. Und natürlich dem Wichtigsten: Eigentlich Liebe. 

5/5 Punkte 

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2 Kommentare

  1. Danke, für die tolle Rezension.
    glG, Manja

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  2. Hallöchen Ela,
    Huii sehr gut, dass du dem Buch 5/5 Punkten gegeben hast. ich habe deine Rezension nicht gelesen, weil ich das Buch bald lesen werde und mir vorher immer gerne ein eigenes Bild mache bevor ich Rezensionen lese, sonst übernehme ich immer die Meinung.. ach ich bin da eben komisch. Wie auch immer, ich freue mich auf jeden Fall, dass das Buch volle Punktzahl bekommen hat :D

    Liebst, Lotta

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