Rezension | Nancy Salchow - Kirschblütentage

Dienstag, Januar 06, 2015

Knaur | 335 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 8,99 EUR

Eine Plastikrose mit einer Uhr in der Mitte, ein Teelichthalter aus grünem Glas, ein altes Buch – drei von vielen Dingen, die die zerstrittenen Eltern Jasmin und Vincent und ihre heftig pubertierenden Kinder plötzlich überall im Haus finden. Gegenstände, die Erinnerungen wecken an die unbeschwerte Anfangszeit ihrer Ehe. Aber diese Funde sind kein Zufall. Sorgfältig hat Emilia, die kürzlich verstorbene Großmutter, in ihren letzten Tagen diese Spuren gelegt. In der Hoffnung, ihre auseinanderbrechende Familie wieder zusammenführen zu können. Doch ist der Zauber der Erinnerung stark genug?

MEINE MEINUNG

" 'Wir sollten vieles.' Jasmin strich sich ihr Haar hinter die Ohren. 'Und tun am Ende doch immer wieder das Falsche' " S. 239

Mit "Kirschblütentage" hat Nancy Salchow einen Roman aus dem Leben geschrieben, denn es kommt oft vor, dass Familien aus den unterschiedlichsten Gründen auseinander zu brechen drohen. In dem Buch geht es vor allem darum, dass man in erster Linie wieder zu sich selbst finden muss - oder noch besser: sich gar nicht erst selbst zu verlieren - um wieder glücklich zu sein. Eine wie ich finde sehr schöne Aussage.

Während man beobachtet, wie Vincent und Jasmin versuchen ihre Ehe zu retten, werden immer wieder Vergangenheitsszenen eingeblendet, die gefüllt sind mit Erinnerungen an eine glücklichere Zeit der Familie. Es ist nicht so, dass ich die Geschichte langweilig fand und eigentlich habe ich sie gerne gelesen. Aber eher genau wegen dieser Vergangenheit. In den Gegenwartsszenen war es irgendwie immer dasselbe: durchzogen von Vorwürfen, entweder an den Partner oder an sich selber, immer die gleichen Diskussionen und zum Ende hin auch Gedanken. Natürlich wollte ich wissen, ob Jasmin und Vincent wieder zueinanderfinden. Die Vergangenheit und damit einhergehenden Erinnerungen fand ich aber besser. In der Gegenwart hat mir dieser Funke gefehlt.

Genauso ging es mir mit den Charakteren. In den Vergangenheitsszenen waren sie mir sympathischer, ich hatte viel besseren Zugang zu ihnen und habe sie dort besser kennengelernt. Ich mochte die Familie sehr, besonders Emilia und Jasmin sind sehr sympathisch. Emilia war immer das Band, das die Familie unweigerlich zusammengehalten hat. Jasmin hatte immer diese Lebensfreude und Begeisterung für alles. Es war sehr schade zu sehen, wie sie sich im Laufe der Zeit so verändert und selbst aufgegeben hat.

Das Ende kam sehr plötzlich. In der einen Sekunde streiten sie oder überlegen, wie sie die Familie retten können, in der anderen kommt plötzlich der Prolog, der ein Jahr weiter springt. Trotzdem war es wie ich finde ein richtiges Ende. Wegen so vieler Sachen und Veränderungen, die ich hier nicht aufzählen kann oder möchte, weil ich die Geschichte nicht spoilern möchte.

FAZIT
Für mich persönlich lebt der Roman von der Vergangenheit und den vielen wunderbaren, warmherzigen Erinnerungen an eine unglaublich schöne Zeit. In der Gegenwart hatte ich ein bisschen meine Schwierigkeiten - sowohl mit der Handlung als auch mit den Charakteren. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und sehr gehofft, dass die Familie wieder den Zusammenhalt findet, der sie einst ausmachte.

3/5 Punkte

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2 Kommentare

  1. Hallöchen Ela,
    deine Rezension klingt schon mal gut. Eigentlich wollte ich sie gar nicht lesen, weil ich das Buch ja noch vor mir habe, aber dann konnte ich doch nicht widerstehen und habe sie gelesen. ^^
    Ich freue mich jetzt schon ein bisschen mehr auf das Buch und ich denke, dass es nicht mehr lange in meinem Regal stehen bleiben wird. :)
    Ich wünsche dir einen schönen Tag. :)

    Liebst, Lotta

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  2. Es subt bei mir noch...
    Jetzt wohl nicht mehr lange! ;)

    Liebe Grüße,
    Ramona

    AntwortenLöschen

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