Rezension | Wendy Wunder - Das Glück wächst nicht auf Bäumen

Freitag, Juli 10, 2015

Goldmann | 320 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 14,99 EUR

Hannah ist schüchtern, angepasst und fällt ungern auf. Zoe ist impulsiv, temperamentvoll und liebt es, unsinnige Dinge zu tun. Hannah und Zoe sind beste Freundinnen. Nichts und niemand könnte sie trennen. Als Zoe den Drang verspürt, aus ihrer kleinen Heimatstadt in New Jersey zu verschwinden, zögert Hannah keine Sekunde, sie zu begleiten. Gemeinsam machen sie sich mit ihrem Auto auf und lassen alles hinter sich: ihre Eltern, ihre enttäuschten Lieben, das College. Und während sie Tornados jagen, Kermit befreien und neue Freunde finden, begreift Hannah immer mehr, was Zoe ihr zeigen will: dass das Leben wunderschön ist, dass man Grenzen einreißen darf, dass es Spaß macht, mutig zu sein. Und Hannah weiß auch, dass ihnen vielleicht nicht mehr viel Zeit bleibt – denn Zoe ist krank und jeder Tag mit ihr ein kostbares Geschenk.

MEINE MEINUNG
Wendy Wunder beschäftigt sich in "Das Glück wächst nicht auf Bäumen" mit der Krankheit der bipolaren Störung von Zoe. Sie hat immer wieder Phasen, in denen sie stark hyperaktiv ist und dann kuriose Aktionen startet. Und dann hat sie wieder Phasen, in denen sie manisch depressiv ist. Ich habe keine Erfahrung mit dieser Krankheit, aber irgendwie fand ich die Geschichte etwas verwirrend rübergebracht, denn obwohl es eine ernstzunehmende Krankheit ist, hat die Autorin versucht, daraus einen unbeschwerten Roadtrip zu machen. Zudem passieren immer wieder seltsame Dinge, die offenbar im Zusammenhang mit der Krankheit stehen, für die man aber nie eine Erklärung geliefert bekommt. Vielleicht fiel es mir deswegen auch so schwer, mich in die Geschichte/Krankheit hineinzuversetzen. Viele Überraschungen gibt es in der Geschichte nicht, weil das Meiste schon im Klappentext erwähnt wird, weswegen mir die Geschichte trotz gerade mal 320 Seiten etwas langatmig vorkam. Wendy Wunder hat versucht eine Liebesgeschichte mit in die Geschichte einzubauen, die für mich aber nicht zum übrigen Geschehen passen wollte und unecht wirkte. 

Man könnte jetzt hoffen, dass die Charaktere es wieder gutmachen. Aber auch in dem Punkt wurde ich enttäuscht. Ich muss sagen, dass mir kein Charakter nahe gebracht werden konnte. Der Fokus liegt eindeutig auf Zoe und ihren verrückten Aktionen. Hannah gerät dabei sehr oft in den Hintergrund und wirkt dabei blass. Während Zoe eindeutig auffällt, ist Hannah eher ruhig. Die beiden sind ein bisschen wie die berühmten Gegensätze, die sich anziehen. Was mich aber wirklich am meisten genervt hat, war, dass Hannah als angeblich beste Freundin Zoe mit ihren teils waghalsigen Aktionen immer hat gewähren lassen und sie sofort aufgegeben hat, wenn Zoe behauptet hat, dass sie keine Hilfe braucht. Dabei war das irgendwie offensichtlich. Einzig die Beziehung zwischen Zoe und ihrem kleinen Bruder Noah fand ich toll, weil sie ein so süßes enges Verhältnis haben.

FAZIT
Es gab einfach zu viel, dass mich gestört. Angefangen bei der Handlung, die für mich den Eindruck erweckte ein fröhliches Buch schreiben zu wollen, obwohl eine ernste Krankheit die Hauptrolle spielt, bis hin zu den Charakteren, zu denen ich keinen Zugang hatte. Ich hätte gerne mehr über die Krankheit der bipolaren Störung erfahren, aber leider blieb das Meiste, das damit im Zusammenhang stand, unerklärt. Für mich war "Das Glück wächst nicht auf Bäumen" leider kein Wunder. 

2/5 Punkte

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