Rezension | Hörbuch | Mhairi McFarlane - Vielleicht mag ich dich morgen

Sonntag, Juli 26, 2015

Argon | ca. 443 Minuten | gelesen von Britta Steffenhagen | Einzelband | 12,95 EUR

Anna Alessi ist Historikerin, liebt ihren Job und hat sich mit ihren ewig unordentlichen Haaren und ihrem manchmal vorlauten Mundwerk abgefunden. Ein Mann für die romantischen Momente des Lebens wäre schon nett – aber ihr geht’s gut, viel besser als sie jemals gehofft hätte. Denn als Jugendliche war sie dick und eigenbrötlerisch, ein beliebtes Zielobjekt für organisiertes Mobbing. Ausgerechnet ihr heimlicher Schwarm James Fraser trieb dies gekonnt auf die Spitze und stellte sie in seinem ärgsten Coup vor der gesamten Schule bloß. Als sie ihm 16 Jahre später bei einem Klassentreffen wieder begegnet, erkennt er sie nicht – so sehr hat sie sich äußerlich verändert. Doch auch Anna erkennt James kaum wieder. Er ist höflich. Reif. Sogar lustig. Können Menschen sich wirklich so verändern? 

MEINE MEINUNG
"Vielleicht mag ich dich morgen" klingt absolut wie ein Disney-Märchen und Mhairi McFarlane bietet mit dieser Geschichte im Grunde nichts Neues. Es ist sogar leicht klischeehaft. Trotzdem fand ich das Buch ganz süß und habe es gerne gehört.  Anna war in der Schule immer das Mobbingopfer von James. 16 Jahre später treffen sie wieder aufeinander, da sie für eine Ausstellung zusammenarbeiten müssen. Die Chemie zwischen den beiden stimmte sofort, auch wenn beide das lange nicht wahrhaben wollten. Ich mochte ihre Dialoge sehr, mit ihren kleinen Sticheleien oder die Momente, in denen sie einander zum lachen brachten. Was hier auch wirklich wichtig ist, dass nichts in irgendeiner Weise gekünstelt wirkte. Einzig wirklich schade war, dass die Geschichte vom Anfang an so vorhersehbar war. Man weiß eigentlich immer, was als nächstes passieren wird und das Ende dürfte jedem auch von Anfang an klar sein.

Anna - eigentlich Aureliana - war als Teenager sehr dick und nicht unbedingt eine Schönheit, weswegen sie in der Schule die perfekte Zielscheibe für Mobbingattacken war. Mit Anfang 20 hat sie ordentlich abgenommen und aus dem berühmten hässlichen Entlein wurde ein wunderschöner Schwan. Sie hat eine schöne kleine Wohnung und ihren Traumjob gefunden. Nur mit den Männern klappt es trotzdem nicht so richtig, denn Anna ist seit mittlerweile 7 Jahre Single. Ich glaube, es liegt nicht mal unbedingt an ihrem Äußeren, sondern an ihrer Art. Sie will nicht wahrhaben dass Menschen sie hübsch finden und kann keine Komplimente annehmen, da sie von ihrer Schulzeit und den Demütigungen so geprägt ist. Anna war mir sehr sympathisch, weil sie eine realistische Denkweise hat. Und ich mochte ihre Schlagfertigkeit, sie lässt sich einfach nicht mehr alles gefallen, wie zu Schulzeiten. James war in der Schule ein richtiges Ekelpaket. Heute sieht er selbstverständlich immer noch gut aus. Aber man merkt sofort, wie er sich verändert hat. Er ist einfach erwachsen geworden. Doch auch beziehungstechnisch läuft es bei ihm nicht so gut. Seine Frau hat ihn für einen anderen verlassen und je mehr Zeit James mit Anna verbringt, merkt er, wie er seiner Frau gar nicht hinterhertrauert. Anna und James hätten in der Schulzeit nicht unterschiedlicher sein können, passen aber heute perfekt zusammen, auch wenn es mal die eine oder andere Reiberei gibt.

Britta Steffenhagen eine super Stimme für dieses Hörbuch. Ich habe ein paar Minuten gehört und dachte mir nur: Ja, das ist Aureliana! Aber auch die anderen Stimmen, wie die von James, Annas bester Freundin Michelle oder ihrer Familie hat sie toll gemacht. Britta Steffenhagen hat irgendwie ihren ganzen Emotionen reingelegt, egal ob Anna mal wieder von einem miesen Date nach Hause kam, ob sie mit James stritt oder mit ihrer Schwester über deren Hochzeitsvorbereitungen diskutierte. Sie hatte immer die perfekte Betonung und Emotion drauf.

FAZIT
"Vielleicht mag ich dich morgen" ist ein humorvoller Roman, der zwar sehr vorhersehbar, aber trotzdem unheimlich süß ist. James und Anna sind ein Paar, dass unterschiedlicher nicht sein könnte, aber trotzdem sehr gut zusammenpasst, egal ob beruflich oder privat. Britta Steffenhagen hat mit ihrer authentischen Stimme den Figuren Leben eingehaucht, so dass es unheimlich Spaß macht, sich die Geschichte von Anna und James anzuhören.

4/5 Punkte

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