Abgebrochen | Nina Blazon - Liebten wir

Freitag, Oktober 09, 2015

Ullstein | 553 Seiten | Einzelband | Taschenbuch | 9,99 EUR

Verstohlene Blicke, versteckte Gesten, die Abgründe hinter lächelnden Mündern: Fotografin Mo sieht durch ihre Linse alles. Wenn sie der Welt ohne den Filter ihrer Kamera begegnen soll, wird es kompliziert. Mit ihrer Schwester hat sie sich zerstritten, von ihrem Vater entfremdet. Umso mehr freut sich Mo auf das Familienfest ihres Freundes Leon. Doch das endet in einer Katastrophe. Mo reicht es. Gemeinsam mit Aino, Leons eigensinniger Großmutter, flieht sie nach Finnland. Eine Reise mit vielen Umwegen für die beiden grundverschiedenen Frauen. Als Mo in Helsinki Ainos geheime Lebensgeschichte entdeckt, ist sie selbst ein anderer Mensch.

WARUM HABE ICH ES ABGEBROCHEN?
Zunächst sei erwähnt, dass ich noch nie etwas von Nina Blazon gelesen habe, die ja eher für ihre Fantasybücher im Jugendbereich bekannt ist. Da ich es auch nicht unbedingt immer mit Fantasy habe, habe ich mich gefreut, dass es von ihr endlich einen "normalen" Roman gibt. Letztendlich habe ich das Buch jetzt aber bei knapp der Hälfte abgebrochen.

Den Anfang der Geschichte fand ich noch ganz ok und Mos Arbeit als Fotografin und was sie alles so in die Bilder hineininterpretiert, war vielleicht sogar noch interessant. Dann kam der große Höhepunkt, nämlich als Mo mit der Großmutter ihres Freundes, Aino, vom Familienfest flieht, nachdem dort ein paar unschöne Dinge geschehen sind. Ab da ging es für mich aber bergab. Die Reise der Frauen war leider sehr langatmig und erwies sich als sehr zäh. Es passierte absolut nichts und ich hatte das Gefühl mit jeder weiteren Seite verlängert sich die Reise um Jahre.

Den Erzählstil fand ich auch nicht unbedingt gelungen, da es für mich zu viele zu verschachtelte Sätze gab. In der Handlung habe ich den roten Faden gesucht. Zudem hat Nina Blazon zu viele Nebenhandlungen eingebaut, teilweise kam es mir wie ein großes Durcheinander vor, sodass ich immer wieder aus der Geschichte rausgeworden wurde. Auch bei den Erinnerungen von Mo oder Aino fühlte ich mich manchmal außen vor, da es mir alles zu schwammig vorkam. Da gab es nichts, was ich greifen oder womit ich etwas anfangen konnte.

Und zu guter Letzt die Charaktere. Mo ist generell kein Charakter der Sympathien weckt, da sie sehr eigensinnig und zickig ist. Aber auch für die anderen Figuren konnte ich keine Sympathie empfinden. Jeder wirkt hier irgendwie aggressiv, jeder hat eine Mauer um sich herum aufgebaut und jeder scheint wie ein Einzelkämpfer, was nur selten nachvollziehbar ist. Aino war vielleicht noch der einzige Charakter der eine interessante Spur hinterlassen hat, da sie schon vieles im Leben mitgemacht hat und ein Ziel verfolgt. Aber leider war sie auch nicht so interessant, dass ich jetzt ihr Geheimnisse wissen wollte.

FAZIT
"Liebten wir" war für mich leider eine Enttäuschung. Die Handlung war zu zäh, zu langatmig. Die Charaktere waren durchweg unsympathisch. Der ganze Erzählstil war mir zu durcheinander mit zu vielen Handlungssträngen, sodass ich immer wieder aus der Geschichte geworfen wurde. Vielleich gebe ich dem Buch irgendwann nochmal eine Chance oder ich wage mich doch mal an ein Fantasybuch der Autorin. Dieses Buch war aber leider nichts für mich.

You Might Also Like

1 Kommentare

  1. Das hört sich sehr gruslig an. Mit verschachtelten Handlungen komme ich nich klar.

    #Kommentiertag

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar, jede Frage und jede Meinung. Schön, dass du hier vorbeigeschaut hast :)

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.

© 2014 - 2016 Elas Leselounge